Eine Frage des perfekten Timeings

Die wenigsten Paarungsversuche bei Astrochelys radiata sind
erfolgreich. Das Zusammenspiel meherer Faktoren spielt dabei
eine wichtige Rolle. Die Grösse, Ausdauer und Erfahrung des
Männchens aber auch die Kooperation des Weibchens sind ent-
scheidend. Harmoniert das Pärchen, hebt das Weibchen den
Bauchpanzer vom Boden, stellt das Schwänzchen nach vorne
und lässt das Männchen kopulieren. Diese Verbindung kann bis
zu meheren Minuten dauern. Während des Kopulierens stösst
das Männchen phiepende Laute aus.

Als Pfleger kann man den Paarungsvorgang unterstützen, indem
jede Art von Störung vermieden wird. Auch das Abtrennen von
unbeteiligten Schildkröten ist empfehlenswert. Ein griffiges Boden-
substrat sorgt während des Aktes für guten Halt. Je länger das
Paar in der Kopulationstellung verharrt, desto wahrscheinlicher ist
eine erfolgreiche Befruchtung.

Erfolgreiche Paarungen konnte ich bei meinen Tieren vorallem
am späten Nachmittag bzw. in den frühen Abenstunden beobachten.
Schwülwarme Wetterstimmungen vor oder nach einem Sommergewitter scheinen besonders günstig zu sein. Im Innengehege konnte ich bei meinen Schildkröten nur selten eine erfolgreiche Paarung, bzw. das einführen des Penises beobachten. Die Voraussetzungen dafür scheinen im Aussengehege wesentlich günstiger zu sein. Dies scheint mir ein weiteres Indiz dafür zu sein, dass man Strahlenschildkröten nur mit einer Aussenanlage regelmässig nachzüchten kann.