Mehere Gelege im Jahr

Bei der Zucht von Strahlenschildkröten ist darauf zu achten, dass den Weibchen das ganze Jahr über grosszügige Eiablageplätze sowohl im Innen-, als auch im Aussengehege zur Verfügung stehen. Das Substrat bestehen aus einem Gemisch aus kompakter Gartenerde und Sand. Dieses sollte durchaus eine Tiefe von mindestens 30 cm besser 40 cm betragen und immer leicht feucht vorallem in den unteren Schichten sein. Der Eiablagehügel in unserem Innengehege ist über einer partiellen Bodenheizung erbaut und mittels einer Rampe aus Gummimatten für die Weibchen bequem erreichbar. Der Legehügel liegt unter einem Dachfenster, wodurch tagsüber ein wärmender Lichtkegel darauf fällt. Zusätzlich ist noch eine Wärmelampe installiert, welche bei Bedarf eingeschaltet werden kann. Der gesamte Legehügel ist mit einem leichten Sichtschutz aus Pflanzen umgeben damit sich die Weibchen beim Graben ungestört fühlen. Sowohl der Legehügel im Innen-, als auch Aussengehege kann abgetrennt werden, so dass die grabenden Weibchen nicht durch neugierige Artgenossen gestört werden. Auch wenn man während Pflegearbeiten keine Eiablage beobachten konnte, lohnt es sich die Legehügel einmal im Monat auf heimliche abgelegte Eier zu untersuchen.

Eine bevorstehende Eiablage erkennt man gut am unruhigen umherwandern des Weibchens und dies vorallem an ungewohnten Tageszeiten. Hat das Weibchen eine geeignete Stelle gefunden, kratzt es zuerst an der Oberfläche und beginnt dann mit den Hinterbeinen abwechselnd ein Loch auszuheben. Je nach Bodenbeschaffenheit uriniert das Weibchen mehrmals, um die Grabtätikeiten im harten Substrat zu erleichtern. In einer Tiefe von ca. 10 bis 15 cm wird am Boden der Grube eine Kammer ausgehöhlt. Ist diese zur Zufriedenheit des Weibchens fertiggestellt, hält sie inne und beginnt im Abstand von ein paar Minuten ihre Eier auszupressen. Mit den Hinterbeinen werden diese geschickt am Boden der Nistgrube plaziert. Je nach Grösse des Weibchens umfasst ein Gelege ca. 3 bis 5 Eier (In Ausnahmefällen können es auch mehr sein). Danach wird das Gelege sorgfältig wieder zugebettet. Der gesammte Eiablagevorgang kann mehere Stunden dauern wobei für das Bedecken der Eier und das Verwischen der Eiablagespuren immer sehr viel Zeit aufgewendet wird.

Bemerkenswert ist, dass junge Weibchen bei ihren Erstgelegen eher ovale Eier produzieren, wobei ältere stehts runde Eier legen. Meistens beginnt bei meinen Tieren die Eiablagesaison anfangs August und dauert bis im Februar. Dabei wird im Abstand von 4 bis 6 Wochen immer wieder ein Gelege angelegt. Grundsätzlich sind aber das ganze Jahr über Gelege möglich, so werden auch vereinzelt von März bis Juli Eier abgelegt. Die meisten meiner Weibchen haben pro Jahr durchschnittlich 4 Gelege. Der Gelegerekord eines Weibchens lag sogar schon bei 8. Der Eireifezyklus scheint eher individuell als saisonal zu sein. Manche Weibchen setzten auch mal eine Saison aus um dann wieder im folgenden Jahr Eier zu legen. Sind die Umwelt-, bzw. Haltebedingungen jedoch ungünstig, können Weibchen auch jahrelang den Eireifezyklus aussetzen. Das resorbieren von Eidottern soll bei dieser Art möglich sein. Weibchen aus suboptimalen Haltungsbedingungen brauchen meistens ein bis zwei Jahre in optimalen Konstellationen bis der Eireifezyklus wieder aktiviert werden kann.