Natürlich regulieren

Ein Befall mit Endoparasiten ist bei Schildkröten in freier Wildbahn eigentlich nichts Aussergewöhnliches und irgendwie scheinen es die Tiere in ihrem natürlichem Lebensraum auch ohne Entwurmungsmittel zu schaffen, dass diese nicht überhand nehmen, bzw. Wirt und Parasit sich in einem Gleichgewicht befinden. Im Habitat von Astrochelys radiata gedeien einige giftige Pflanzenarten (z.B. Euphorbia). Es ist gut vorstellbar, dass die Tiere diese natürlichen Apotheken nutzen um lässtige Parasiten zu bekämpfen. Leider ist darüber nicht sehr viel bekannt.

Ich habe bei meinen Tieren beobachtet, dass das konsequente Verfüttern von Heu, bzw. Rohfaserhaltigen Futtermitteln, den Wurmbefall deutlich zu reduzieren vermag. Ob die rauhen Faserteile beim Passieren durch den Magen-Darmtrakt Parasiten besser weg scheuern können oder ob die groben Fasern eine schlechtere Nahrungsbasis bzw. Mikroklima für sie bilden kann ich nicht mit Sicherheit sagen, jedoch muss ich mit dieser Diät meine adulten Tier nur noch selten entwurmen. 

Bei Jungtieren kontrolliere ich den Kot immer sehr genau und bin auch eher dazu geneigt einmal pro Jahr preventiv zu entwurmen, weil ein nicht erkannter übermässiger Wurmbefall (Wurmballen) bei Jungtieren zu völliger Entkräftung bzw. Auszehrung führen kann.

Zum Entwurmen verwende ich Panacur Paste, die ich je nach Körpergewicht auf einen Leckerbissen (z.B. Erdbeere) streiche und gezielt verfüttere. Diese präparierten Leckerbissen werden von meinen Tieren immer ganz unkritisch und gierig verschlungen. Eine Entwurmung mit einer Magensonde ist für jede Schildkröte eine äusserst traumatische und unangenehme Erfahrung und sollte höchstens bei einem völlig entkräfteten und kranken Tier, das nicht mehr frisst angewendet werden.