In eigener Sache

Gerade wegen ihrer begehrten Schönheit boomt der weltweite, illegale Handel mit Strahlenschildkröten. Der Raubbau an adulten, repro-
duktionsfähigen Individuen in freier Wildbahn dauert an und die Zukunft von vielen Populationen ist deshalb ungewiss. Paradoxer Weise ist gerade ihre Beliebtheit auch dafür verantwortlich, dass die Strahlenschildkröte mittlerweile in menschlicher Obhut in grosser Zahl wieder nachgezüchtet wird, so dass die Arterhaltung gesichert scheint. Aus einer ethischen und moralischen Perspektive mag die Haltung von Strahlenschildkröten auf privater Basis nicht zweifelsfrei sein aber vielleicht sind gerade gezielte Nachzuchtprojekte auch in unseren Breitengraden eine nachhaltige Möglichkeit um die natürlichen Bestände in Zukunft dauerhaft zu schonen. 

Meine Freude über regelmässige Zuchterfolge gehen heute mit der Sorge um neue, gute Pflegeplätze für die Schildkrötenbabies einher. Leider ist es mir aus Platzgründen nicht möglich alle ausgebrüteten Schildkröten zu behalten. Deshalb gebe ich von Zeit zu Zeit Jungtiere ab. Es ist mir persönlich wichtig, dass ich meine Nachzuchten an volljährige, verantwortungsbewusste Personen mit geeigneter Infrastruktur weitergegeben kann. Deshalb werden Interessenten, die einen Bildnachweis über die zukünftigen Haltungsbedingungen der Tiere erbringen können bevorzugt. Es werden prinzipiel keine Tiere an ungeeignete Plätze und Händler abgegeben.

Sollten Sie den Wunsch hegen sich Strahlenschildkröten anzuschaffen bedenken Sie vorher unbedingt folgende Basispunkte

• Astrochelys radiata gehört zu den eher grossen Landschildkröten und benötigt sehr, sehr, sehr viel Platz. Ein komplett ausgestattetes
   Innengehege für die kalte Jahreszeit und eine grosszügige Freilandanlage sind unerlässlich.

• Neben dem täglichen Pflegeaufwand sind die jährlichen Unterhaltskosten für Strom, Heizung, Licht (Speziallampen), technisches Equipement,
   Futter, Tierarzt usw. beträchtlich.

• Die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Futtermitteln muss das ganze Jahr über gewährleistet sein.

• Astrochelys radiata hat eine Lebenserwartung von über 150 Jahren. Bei sachgemässer Haltung wird sie voraussichtlich ihre Pfleger überleben.
   Gedanken über eine langfristige Unterbringung und Versorgung der Tiere sind angebracht.

 

Rechtliches

Astrochelys radiata wird im Washingtoner Artenschutzabkommen im Anhang I aufgeführt und gilt als stark bedrohte Tierart. Sowohl die Entnahme aus freier Wildbahn (Wildfänge) als auch der Handel mit lebenden und toten Exemplaren (und deren Erzeugnisse) ist streng verboten. Der eingeschränkte Handel und Grenzübertritt von Nachzuchten ist durch das internationale CITES abkommen geregelt.

Alle auf radiata.ch abzugebenden Tiere sind nachweislich schweizer Nachzuchten. Die Elterntiere sind ebenfalls Nachzuchten aus dem EU Raum und wurden ordnungsgemäss mit allen nötigen Papieren in die Schweiz importiert. Laut BVET (Bundesamt für Veterinärwesen) dürfen schweizer Nachzuchten innerhalb der Schweiz mit einem vom Züchter ausgestellten Nachweisschreiben, worauf die originalen Importnummern der Elterntiere vermerkt sind, abgegeben werden. Ein Export von der Schweiz ins Ausland muss vom Züchter mit den originalen CITES Papieren der Elterntiere beantragt werden. Der Import muss vom Käufer bei den entsprechenden Landesbehörden beantragt werden. Export- und Importbewilligung sind im Voraus einzuholen und beim Kauf vorzuweisen. Die administrativen Kosten und Gebühren des Import-/Exportverfahrens sind vom Käufer im Voraus zu bezahlen. Die Tiere müssen vom Käufer persönlich beim Züchter Vorort abgeholt werden (Kein Versand!).

Alle angebotenen Tiere sind futterfest und befinden sich in einwandfreien Gesundheitszustand. Einmal verkaufte und plazierte Tiere können jedoch vom Zühter aus seuchentechnischen Gründen weder ersetzt, umgetauscht noch zurückgenommen werden.